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Lauter werdende Zeiten Gedankenstriche |
Jakoby, Walter: |
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Vertrauen ist Mut - Kontrolle nur Illusion. |
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Aus dem Vorwort: Wir leben in lauter werdenden Zeiten. Aus allen Kanälen prasseln Schlagzeilen, Sensationen, Alarme und Eilmeldungen auf uns ein, so dass uns zwar nicht Hören und Sehen, aber beinahe Denken und Reden vergeht. Überall sind Konflikte und Krisen, Kriege und Katastrophen. Gehört werden nur die lautesten Stimmen. Gesendet wird, was Auf-merksamkeit erregt. Gewählt wird, wer medial dauerpräsent ist. Die künstlich generierten Realitätssurrogate verstärken die Wirkung und stellen den Glauben an das, was wir hören und sehen in Zweifel. Interessierte werden so über kurz Desinformierte und über lang Desorientierte. Wie soll man damit umgehen? Gedankenstriche als Aufforderung zum nachdenklichen Innehalten sind ein perfektes Symbol für Aphorismen. Auch Aphorismen regen, wenn sie gut sind, zum Selbstdenken an. Mich reizen sie, das Wahre in den Lügen und das Falsche in den Wahrheiten zu entdecken, es in pointierter Form zum Ausdruck zu bringen und diejenigen, die es interessiert, daran teilhaben zu lassen. Wenn mehr nachgedacht als nachgeplappert wird, stecken in jeder Krise auch Chancen. Wenn scheinbare Gewissheiten in Frage gestellt werden, wenn selbst nach-, weiter- und vorge-dacht wird, entstehen neue Ideen. Vielleicht sind dann die Krisen ein Katalysator für lautere, d.h. redlichere und aufrichtigere Zeiten. Auf jeden Fall gestatten sie neben der pessimistischen auch eine optimistische Sicht auf die Zukunft. Auch lauter werdende Zeiten sind schließlich werdende, also im Entstehen begriffene Zeiten. Deshalb möchte ich wider-holen: Wir leben in lauter werdenden Zeiten. |
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